Historie


Am 18. August 1900 wurde die Schwarzatalbahn zwischen Rottenbach und Katzhütte eröffnet. Somit waren das wildromatische Schwarzatal sowie die Seitentäler im wesentlichen durch die Königlich-Preußische Staatsbahn erschlossen.

Im Schwarzatal hatte sich im 19. Jahrhundert eine umfangreiche Holz-, Glas- und Porzellanindustrie entwickelt. Zur Weiterentwicklung dieser Industrien waren effektive Transportmittel dringend notwendig. Dazu diente in erster Linie die Eisenbahn.

Nach dem 1. Weltkrieg wurden die Länderbahnen zur Deutschen Reichsbahn zusammengefasst und gingen in das Eigentum des Deutschen Reiches; so auch die Schwarzatalbahn.

Nach dem II. Weltkrieg wurde die Schwarzatalbahn unter der Streckennummer 563 in das Kursbuch der Reichsbahn eingereiht. Die Verantwortung für die Betriebsführung hatte die Reichsbahndirektion (RbD) Erfurt.

Anfang der 80er Jahre herrschte noch lebhafter, vor allem auch touristischer Verkehr auf der Schwarzatalbahn. Nach der politischen Wende in der DDR und der Wiedervereinigung der deutschen Bahnen kam es zu einem starken Verkehrsrückgang. Mit der Industrie der Region stirbt der Güterverkehr. Die Anzahl privater PKW nimmt enorm zu. So wird auch der Personenzugverkehr auf vielen Nebenstrecken, der Auslastung der Züge entsprechend, ausgedünnt.

Im Jahr 1999 musste der Abschnitt Obstfelderschmiede - Katzhütte gesperrt werden, im Mai 2000 dann auch der Rest der Strecke. Grund war der schlechte technische Zustand der Anlagen.

Im Juni 1919 gründeten die Gemeinden Oberweißbach, Lichtenhain, Cursdorf und Deesbach zusammen mit dem Land Thüringen die Oberweißbacher Bergbahn Aktiengesellschaft. Die Baugenehmigung wurde am 11. August 1919 erteilt. Anfang September begann man unverzüglich mit dem Bau der Flachstrecke bei Cursdorf. Im Herbst 1919 wurde auch auf der Steilstrecke der Bau begonnen. Als Talstation kam nur die Obstfelderschmiede in Betracht. Hier tritt die Schwarzatalbahn bis auf etwa einen Kilometer Luftlinienentfernung an den Höhenort Lichtenhain heran. Von dieser Stelle zieht sich eine Schlucht, die Metzeltsschlucht genannt, bis hoch nach Lichtenhain.

So entstand bei Kilometer 14,635 auf freier Strecke der Abzweig für die Bergbahn, gleichzeitig der besetzte Haltepunkt Obstfelderschmiede. Am 15. Februar 1922 wurde dieser eröffnet. Die Freigabe der nur 2,6 km langen Flachstrecke 1921 wurde durch eine Probefahrt mit einigen Ratsmitgliedern der Gemeinden vollzogen.

Erst im Februar 1922 war die Steilstrecke abgesteckt. Die offizielle Eröffnung fand am 15. März 1923 statt, nachdem der Personenverkehr und Güterverkehr im beschränkten Umfang am 1. März 1923 aufgenommen wurde. Die Standseilbahn war betriebsfertig und es wurden Baustoffe und Stückgüter befördert, um Geld in die zumeist leere Kasse zu bekommen. Der Fahrplan zur Eröffnung des Personenverkehrs am 1. März 1923 war sehr bescheiden. Viele Bewohner der Berggemeinden waren erwerbslos und ein Touristenverkehr hatte sich noch nicht entwickelt. Unterdessen wurde die obere Flachstrecke elektrifiziert, um die Dampflok durch Triebwagen zu ersetzen. Bis 1954 war nur ein wechselseitiger Betrieb auf der Standseil- und der Flachstrecke möglich, da die Netzkapazitäten unzureichend waren.

Ab 1927 zeichnete sich eine deutliche Erhöhung des Verkehrsaufkommens ab. Aufgrung der Wirtschaftskrise halbierte sich das Beförderungsaufkommen bis zum Jahre 1932. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verdünnte sich das Angebot im Fahrplan auf der Bergbahn erheblich. Der Touristenstrom war versiegt, es waren nur noch Arbeiter in die Rüstungsbetriebe zu befördern.

Die Oberweißbacher Bergbahn ist vor Kriegsschäden bewahrt geblieben und hat den Verkehr im Mai 1945 wieder aufgenommen. Ein Fahrplan war noch nicht vorhanden, es wurde gefahren, wenn eine größere Gruppe von Reisenden vorhanden war. Doch schon bald ist die Planmäßigkeit wieder hergestellt worden.